29.06.2026
Beitrag

SOLIDWORKS und CATIA im Zusammenspiel: Die passende Ergänzung für komplexe Anforderungen.

Viele Unternehmen stoßen im Alltag nicht abrupt, sondern schrittweise an Grenzen: Projekte werden größer, Varianten vielfältiger, Abstimmungen komplexer. Gerade im Mittelstand entstehen dabei Produkte und Anlagen, die deutlich anspruchsvoller sind, als es die klassische CAD Nutzung erwarten lässt. In solchen Situationen kann CATIA – insbesondere in Verbindung mit der 3DEXPERIENCE Plattform – eine sinnvolle Ergänzung sein.
Riccardo Terrasi
Das Wichtigste in Kürze.
  • SOLIDWORKS bleibt das zentrale Werkzeug für effiziente Konstruktion im Tagesgeschäft.
  • CATIA ergänzt bei steigender Komplexität, etwa bei Freiformflächen, großen Baugruppen und Performancethemen oder Variantenvielfalt.
  • Typische Einsatzszenarien sind hochkomplexe Flächenkonstruktionen, Anlagenlayouts, Systemengineering und strukturierte Produktplattformen
  • 3DEXPERIENCE CATIA verbindet Konstruktion, Daten und Prozesse.
  • Auch mittelständische Unternehmen profitieren, wenn Produkte oder Prozesse komplexer werden.
  • Mit Bechtle PLM integrieren Sie beide Systeme nahtlos in eine durchgängige Entwicklungsumgebung.

In vielen Entwicklungsabteilungen beginnt es unspektakulär: Ein Projekt wird etwas größer als üblich. Eine Variante kommt hinzu, dann noch eine. Teams arbeiten parallel, Änderungen greifen ineinander. Was bislang gut funktioniert hat, wird plötzlich unübersichtlich. SOLIDWORKS bleibt dabei ein zuverlässiges Werkzeug. Gerade wenn es um schnelle Konstruktion, Anpassungen und praxisnahe Lösungen geht, ist es im Alltag kaum wegzudenken.

Doch mit steigender Komplexität wächst der Bedarf nach einer zusätzlichen Ebene. Genau hier kommt CATIA ins Spiel, und zwar als Erweiterung, nicht als Ersatz.

Komplexität ist keine Frage der Unternehmensgröße.

Ein wichtiger Punkt wird oft unterschätzt: Komplexe Produkte entstehen nicht nur in Konzernen. Viele mittelständische Unternehmen entwickeln heute hochindividualisierte Maschinen, modulare Anlagen oder kundenspezifische Lösungen. Die Stückzahlen sind vielleicht kleiner, die technische Komplexität jedoch nicht.

Beispiele aus der Praxis zeigen das deutlich: Ein Verpackungsmaschinenhersteller entwickelt Varianten für unterschiedliche Produktgrößen und Märkte. Ein Fördertechnik-Spezialist plant komplette Anlagen inklusive Materialfluss. Ein Sondermaschinenbauer integriert Mechanik, Elektrik und Steuerung in einem Projekt. All diese Szenarien führen zu einer steigenden strukturellen Komplexität. Und genau hier entsteht der Bedarf nach erweiterten Werkzeugen.

Typische Einsatzszenarien für CATIA als Ergänzung.

CATIA wird in der Praxis selten flächendeckend eingeführt. Stattdessen ergänzt es bestehende Strukturen gezielt dort, wo neue Anforderungen entstehen.

Große Baugruppen und Gesamtstrukturen.

Sobald Baugruppen eine bestimmte Größe überschreiten, verändern sich die Anforderungen. Ladezeiten steigen, Abhängigkeiten werden schwerer nachvollziehbar, Änderungen wirken sich an vielen Stellen gleichzeitig aus.

Ein typisches Beispiel ist der Anlagenbau: Einzelne Module lassen sich weiterhin effizient in SOLIDWORKS entwickeln. Mit steigender Größe und Komplexität der Gesamtanlage wachsen jedoch die Anforderungen an Struktur, Performance und Nachvollziehbarkeit.

CATIA ist darauf ausgelegt, sehr große und komplexe Strukturen stabil abzubilden. Gerade wenn Baugruppen wachsen und mehrere Disziplinen zusammenkommen, bleibt die Performance auch bei steigender Datenmenge beherrschbar.

Variantenmanagement im Konstruktionsalltag.

Viele Produkte existieren heute nicht mehr als Einzelmodell, sondern als Plattform. Varianten entstehen durch Kundenanforderungen, Normen oder Märkte. Je mehr Varianten hinzukommen, desto größer wird der Abstimmungsaufwand.

Varianten lassen sich bereits in SOLIDWORKS effizient abbilden. Mit zunehmender Vielfalt und steigender Anzahl an Abhängigkeiten wird jedoch eine übergeordnete Struktur immer wichtiger. CATIA unterstützt dabei, komplexe Variantenstrukturen auf einer höheren Ebene zu organisieren und Zusammenhänge übergreifend nachvollziehbar zu machen.

Systems Engineering und Zusammenarbeit über Disziplinen.

Moderne Produkte bestehen längst nicht mehr nur aus Mechanik. Elektrik, Software und Steuerung spielen eine zentrale Rolle. Sobald mehrere Disziplinen zusammenarbeiten, reicht eine rein geometrische Sicht nicht mehr aus. Es braucht eine übergeordnete Struktur, die Zusammenhänge sichtbar macht.

Dieser Blick entsteht vor allem im Zusammenspiel mit der 3DEXPERIENCE Plattform. Sie ermöglicht es, mechanische, elektrische und logische Zusammenhänge gemeinsam zu betrachten. CATIA ist dabei ein zentraler Bestandteil dieser Umgebung und liefert die notwendige konstruktiv-technische Basis.

Layoutplanung und Gesamtplanung.

Ein weiteres typisches Szenario ist die Layoutplanung. Während einzelne Maschinen oder Baugruppen in SOLIDWORKS entstehen, wird die Gesamtstruktur auf einer höheren Ebene geplant. Es geht um Hallenlayouts, Materialflüsse oder komplette Linien.

CATIA bietet hier eine konsistente Grundlage. Layouts lassen sich im 3D entwickeln und mit den Detailkonstruktionen verknüpfen, mögliche Fallstricke und Störkonturen können frühzeitig erkannt werden. So entsteht ein durchgängiges Bild – von der Idee bis zur Umsetzung.

CATIA auf der 3DEXPERIENCE Plattform.

Mit CATIA auf der 3DEXPERIENCE Plattform steht eine durchgängige Umgebung zur Verfügung, in der Modelle, Daten und Prozesse zusammengeführt werden. Viele Unternehmen kennen zentrale Datenhaltung bereits aus SOLIDWORKS PDM Lösungen. Die Plattform erweitert diesen Ansatz jedoch um eine unternehmensweite Sicht auf Entwicklung, Varianten und Zusammenarbeit.

Für viele Unternehmen ist das der nächste logische Schritt – weg von einzelnen CAD-Daten hin zu einer durchgängigen Entwicklungsumgebung. Das hat konkrete Vorteile im Alltag:

  • Änderungen sind sofort nachvollziehbar für alle Abteilungen.
  • Alle Beteiligten arbeiten auf dem gleichen Stand.
  • Projekte lassen sich über Standorte hinweg koordinieren.
  • Auch im Vertrieb lassen sich große Baugruppen gezielt einsetzen, etwa zur Visualisierung kompletter Anlagen oder Varianten.

Gerade bei komplexen Produkten oder verteilten Teams sorgt das für mehr Transparenz und Stabilität. Für viele Unternehmen ist das der nächste logische Schritt: weg von isolierten CAD‑Daten hin zu einer integrierten Entwicklungsplattform.

Monitor zeigt Catia V5 Power By Applikation

Zusammenspiel mit SOLIDWORKS.

Wichtig ist dabei ein klares Verständnis: CATIA ergänzt bestehende Arbeitsweisen. Es ersetzt sie nicht. SOLIDWORKS bleibt die Umgebung, in der viele Konstrukteurinnen und Konstrukteure täglich effizient arbeiten.

CATIA erweitert diese Umgebung dort, wo zusätzliche Struktur, Skalierbarkeit und Systemdenken notwendig sind. Diese Kombination hat sich in vielen Projekten bewährt. Sie verbindet Geschwindigkeit im Detail mit Stabilität im großen Ganzen.

Integration als Schlüssel zum Erfolg.

Damit dieses Zusammenspiel funktioniert, braucht es mehr als zwei Systeme. Entscheidend ist die Integration. Daten müssen konsistent bleiben. Prozesse müssen aufeinander abgestimmt sein. Nur so entsteht ein durchgängiger Workflow.

Hier setzen wir bei Bechtle PLM an. Wir begleiten Sie von der ersten Einordnung über die Implementierung bis hin zum laufenden Betrieb. Unser Ziel ist es, beide Welten so zu verbinden, dass Sie im Alltag davon profitieren – ohne zusätzliche Komplexität.

Fazit: Eine gewachsene Lösung für gewachsene Anforderungen.

Wenn Anforderungen steigen, braucht es kein Entweder-oder. Oft ist es sinnvoller, bestehende Lösungen gezielt zu erweitern. CATIA bietet genau diese Möglichkeit. Besonders in Verbindung mit der 3DEXPERIENCE Plattform entsteht eine Umgebung, die auch komplexe Projekte beherrschbar macht.

Für Sie bedeutet das: Sie behalten Ihre bewährten Prozesse in SOLIDWORKS und schaffen gleichzeitig die Grundlage für neue Anforderungen. Und genau darin liegt der eigentliche Mehrwert. Eine CAD‑Landschaft, die mit Ihrem Unternehmen mitwächst – strukturiert, nachvollziehbar und zukunftsstark.

Sie möchten näheres dazu erfahren, wie sich CATIA optimal in Ihre bestehende SOLIDWORKS Umgebung integrieren lässt? Vereinbaren Sie jetzt ein Beratungsgespräch mit uns!

Häufig gestellte Fragen.

Wann sollte CATIA zusätzlich zu SOLIDWORKS eingesetzt werden?

CATIA kommt immer dann ins Spiel, wenn die Komplexität von Projekten deutlich zunimmt. Während SOLIDWORKS ideal für die tägliche Konstruktion und schnelle Anpassungen ist, bietet CATIA Vorteile bei großen Baugruppen, komplexen Flächen und umfangreichem Variantenmanagement. Besonders im Anlagenbau oder bei modularen Produktplattformen stößt klassische CAD-Nutzung an Grenzen. CATIA ergänzt hier gezielt bestehende Prozesse, indem es eine höhere Strukturierung und bessere Performance ermöglicht, ohne SOLIDWORKS zu ersetzen.  

Welche Vorteile bietet das Zusammenspiel von CATIA und SOLIDWORKS?

Die Kombination aus CATIA und SOLIDWORKS verbindet Effizienz im Detail mit Stabilität im großen Ganzen. Konstrukteurinnen und Konstrukteure arbeiten weiterhin schnell und flexibel in SOLIDWORKS, während CATIA die übergeordnete Struktur für komplexe Projekte liefert. Dadurch lassen sich große Baugruppen, Varianten und interdisziplinäre Projekte besser steuern. Unternehmen profitieren von einer skalierbaren CAD-Landschaft, die sowohl für alltägliche Aufgaben als auch für hochkomplexe Anforderungen geeignet ist.  

Was leistet die 3DEXPERIENCE Plattform im CAD-Umfeld?

Die 3DEXPERIENCE Plattform verbindet Konstruktion, Daten und Prozesse in einer einheitlichen Umgebung. Sie geht über klassische PDM-Systeme hinaus, indem sie eine unternehmensweite Sicht auf Projekte ermöglicht. Teams arbeiten stets auf dem gleichen Datenstand, Änderungen sind transparent nachvollziehbar und die Zusammenarbeit über verschiedene Standorte hinweg wird erleichtert. Gerade bei komplexen Produkten sorgt die Plattform für mehr Struktur, bessere Abstimmung und effizientere Entwicklungsprozesse.  

Für welche Anwendungsfälle ist CATIA besonders geeignet?

CATIA eignet sich besonders für Szenarien mit hoher struktureller Komplexität. Dazu zählen große Baugruppen im Anlagenbau, anspruchsvolle Freiformflächen, komplexes Variantenmanagement sowie Systems Engineering über mehrere Disziplinen hinweg. Auch in der Layoutplanung ganzer Produktionsanlagen spielt CATIA seine Stärken aus. Hier können komplette Linien, Materialflüsse und Hallenlayouts in 3D dargestellt und mit Detailkonstruktionen verknüpft werden, wodurch frühzeitig Planungsfehler erkannt werden.  

Wie gelingt die Integration von CATIA in bestehende SOLIDWORKS-Strukturen?

Eine erfolgreiche Integration von CATIA in eine bestehende SOLIDWORKS-Umgebung erfordert eine durchdachte Strategie. Entscheidend ist, dass Daten konsistent bleiben und Prozesse nahtlos ineinandergreifen. Mit einer passenden Plattform wie der 3DEXPERIENCE Umgebung lassen sich beide Systeme verbinden, sodass ein durchgängiger Workflow entsteht. Unternehmen sollten dabei schrittweise vorgehen und gezielt die Bereiche erweitern, in denen zusätzliche Struktur oder Skalierbarkeit notwendig sind.  

Riccardo Terrasi
Riccardo begeistert sich für technische Innovationen rund um Cloud, KI und Automatisierung. In seinen Beiträgen zeigt er, wie diese Entwicklungen schon heute die Welt des Engineerings prägen und richtet sich an alle, die nicht nur Lösungen suchen, sondern auch Systeme und Ideen verstehen wollen.
alle Beiträge
3DEXPERIENCE Plattform CATIA SOLIDWORKS 3D-CAD 3D-CAD

Sie haben Fragen? Wir beraten Sie gerne!

Ihre Zufriedenheit hat oberste Priorität. Wenn Sie Informationen benötigen, Unklarheiten haben oder spezifische Anliegen besprechen möchten, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren
+43 (0) 50 246